Abseits der Hauptrouten - Meine ungeplanten Highlights in Japan

japan
travel
Author

Alex

Published

April 3, 2026

Modified

April 3, 2026

Was es in Japan noch zu entdecken gibt

Bestimmte Ziele dürfen auf keiner Reiseroute im Land der aufgehenden Sonne fehlen. Wer einmal in das pulsierende Leben des Partyviertels Shibuya eingetaucht ist, wer die leuchtenden Reklamen in Dotonbori im Herzen Osakas bestaunt hat, oder die stolzen Paläste und Schreine über den Dächern Kyotos erkundet hat, wird sich der Faszination für dieses besondere Land nicht mehr entziehen können. Ich konnte hier so viele unauslöschbare Eindrücke gewinnen. Dennoch gibt es auch außerhalb der großen Zentren das ein oder andere lohnenswerte Ziel. Welche ich davon besucht habe, und was mich an ihnen begeistert hat, möchte ich berichten.

Kyushu (4-6 Tage)

Highlights: Kagoshima & Sakurajima, Fukuoka

Gleich mehrere Ziele sammeln sich im Süden von Japan. Auf der zweitgrößten Insel Kyushu kann man sowohl pulsierende Städte als auch Natur erleben. Dabei geht es hier etwas ruhiger zu als in den ganz großen Metropolen auf der Hauptinsel Honshu.

Kagoshima

Diese gemütliche Hafenstadt an der Südspitze der Insel bietet im Vergleich zu den Millionenmetropolen ein ruhigeres Flair, es ist nicht alles so überlaufen, und die Entfernungen normalerweise so überschaubar, dass man die Stadt auch gut zu Fuß erkunden kann. Eine ganz besondere Sehenswürdigkeit hier ist der Vulkan Sakurajima, der sich direkt neben dem Stadtzentrum, nur eine 15-minütige Bootsfahrt entfernt, befindet. Als einer der aktivsten Vulkane Japans spuckt er jeden Tag Aschewolken in die Luft, und auf der Insel kann man die Aktivität sehen und riechen. Die Insel, auf der sich der Vulkan befindet, bietet viele Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren und auch zahlreiche heiße Quellen. Das habe ich natürlich auch ausgekostet, und es war eine der besten Wandertouren, die ich in Japan gemacht habe. Ein ausführlicher Artikel zu meinem Besuch in Kagoshima findest du hier.

Der Sakurajima von der Fähre aus gesehen

Der Sakurajima von der Fähre aus gesehen

Blick vom Sakurajima auf Kagoshima

Blick vom Sakurajima auf Kagoshima

Fukuoka

Am anderen Ende von Kyushu, aber dank des schnellen Shinkansen nur gut eineinhalb Stunden Zugfahrt entfernt, befindet sich im Norden der Insel die Stadt Fukuoka. Sie ist deutlich größer als Kagoshima, aber immer noch überschaubarer als Tokio oder Osaka. Auch sie ist schön am Meer gelegen, und man kann mit der Fähre in wenigen Stunden in Busan in Südkorea sein. Fukuoka bildet für viele Reisende die erste oder letzte Station auf ihrer Reise durch Japan. Ich nutzte meine Zeit hier vor allem zum Shoppen, da es hier zahlreiche große Einkaufszentren gibt. Zugegeben gibt es dafür auch andere, vermutlich noch bessere Orte in Japan, aber das wohl größte Einkaufszentrum der Stadt, das Canal City Hakata, ist schon etwas Besonderes: Ein fast zweihundert Meter langer Kanal fließt quer durch die Shoppingmall und verschafft ihr eine ganz besondere Atmosphäre. Ein abendlicher Spaziergang an der Hafenpromenade und durch die hell beleuchtete Innenstadt entlang des Naka-Flusses ist definitiv ein Erlebnis, besonders weil man diesen Anblick ohne die sonst üblichen Touristenhorden genießen kann. Ein Abendessen an einem der Yatai-Essensstände, die sich hier entlang der Straßen des Downtown tummeln, gehört zu den Erfahrungen, die man in Fukuoka gemacht haben sollte. Anders als in den Ramen-Shops oder Touristenrestaurants kam ich hier einfach mit Einheimischen ins Gespräch, und ein bisschen Sozialisieren gehört hier, anders als an den meisten Orten in Japan, mit dazu.

Etwas außerhalb der Stadt kann man etwas östlich der Stadt den Nanzoin–Tempel besuchen, der den größten Reclining (also liegenden) Buddha Japans beherbergt. In einer bergigen Waldregion gelegen, hat dieser Ort viel von den buddhistischen Tempeln Südostasiens.

Ich habe mir im Nachhinein wohl etwas wenig Zeit für die Gegend genommen, und hätte noch andere Orte wie Nagasaki oder weitere vulkanische Gegenden besuchen können.

Shopping in der Canal City

Shopping in der Canal City

Der Fernsehturm von Fukuoka

Der Fernsehturm von Fukuoka

Die Skyline von Fukuoka

Die Skyline von Fukuoka

Socializing am Yatai-Stand

Socializing am Yatai-Stand

Awaji (2-3 Tage)

Highlights: Senzansenkoji, Nushima

Eigentlich ist Awaji nur ein paar Kilometer von Osaka im Zentrum von Kansai, einem der größten Ballungszentren in Japan. Trotzdem hat man schnell das Gefühl, hier in einer anderen Welt zu sein. In der Hauptstadt dieser kleinen Insel, Sumoto genannt, ist eine kleine Weltreise mit diversen Zügen und einem Bus entfernt. Hier wurde ich als einer von nur sehr wenigen Touristen mal wieder wirklich neugierig angeschaut, soweit das bei den diskreten Japanern überhaupt auffällt. Auch wenn die Stadt selbst eher unspektakulär ist, gibt es in der Umgebung allerhand zu unternehmen und zu sehen, und ich empfehle jedem, der die Zeit hat, hier zwei bis drei Tage einzuplanen.

Direkt am Rande des Stadtzentrums liegt der Ohama Beach, einer der schönsten Strände, die ich in Japan besucht habe. Von dort ist es nur ein kleiner Spaziergang durch den angrenzenden Mikumayama Park hinauf zu den Überresten der Burg, von wo aus man einen gewaltigen Ausblick auf die Stadt, das Meer und die umliegende Landschaft aus tiefgrünen Hügeln hat.

Etwas westlich der Stadt befindet sich der Senzansenkoji, ein buddhistischer Tempel hoch oben auf einem Hügel. Der Weg hierher ist ohne Auto recht weit, aber er lohnt sich. Man kommt durch die dörflichen kleinen Vororte von Sumoto und durch verschlafene Felder und Wiesen. Die steile Treppe, die man auf dem letzten Abschnitt zum Tempel zu bewältigen hat, ist anstrengend, aber man wird mit einem wirklich allumfassenden Ausblick auf die sagenhafte Landschaft belohnt. Tiefgrüne Hügel erstrecken sich friedlich und erhaben über der verschlafenen kleinen Stadt. Wie fast überall in Awaji bin ich hier oben alleine, und kann diesen Moment in vollen Zügen genießen.

Die Insel Nushima liegt in der Nähe von Sumoto, und sie kann bequem mit dem Bus erreicht werden. Man muss die Reise lediglich etwas planen, da nicht so viele Verbindungen existieren. Wer Ruhe und Einsamkeit fernab der Hektik der Millionenstädte sucht, findet sie hier. Mit einer kleinen Fähre gelange ich auf das winzige, nur zweieinhalb Quadratkilometer große Eiland. Ausgehend vom gleichnamigen Örtchen Nushima, umrunde ich die Insel in nicht einmal zwei Stunden, ganz bequem spazierend. Unterwegs komme ich durch grüne Wälder und an einsamen Schreinen vorbei. Im Südosten der Insel findet sich der Kamitategamiiwa, ein steil aufragender Felsen, der in einer einsamen Bucht den Blick auf das Meer bewacht. Hier verweile ich eine ganze Weile und genieße das wilde Naturschauspiel, das sich bietet, wenn sich die Wellen spritzend und schäumend an ihm und den umliegenden Küstenfelsen brechen. In der bergigen Waldlandschaft Nushimas kann man, wenn sich die Bäume entlang des Weges öffnen, nicht nur einen spektakulären Blick auf die Bucht von Wakayama genießen. Es tummeln sich entlang des Weges auch zahlreiche Schmetterlinge, die zutraulich um mich herumtanzen und sich auf der bunten Flora sonnen. Auf dem Weg zum Yamanodai-Schrein, der sich hier inmitten des Waldes befindet, komme ich durch zahlreiche Torii, die hier, sehr simpel aus orangefarbenen Plastikrohren zusammengezimmert, mitten im Wald den Weg weisen, der sonst im Gestrüpp nicht einfach auszumachen wäre. Wie fast überall auf der Insel bin ich hier komplett alleine und fühle mich wie ein Entdecker, der eine längst verlassene Stadt im Urwald sucht. Auch wenn es die hier nicht gibt.

Aussicht auf Sumoto und den Strand vom Castle Hill

Aussicht auf Sumoto und den Strand vom Castle Hill

Aussicht vom Sezansenkoji auf die Landschaft von Awaji

Aussicht vom Sezansenkoji auf die Landschaft von Awaji

Der einsame Hafen von Nushima

Der einsame Hafen von Nushima

Der Kamitategamiiwa

Der Kamitategamiiwa

Enoshima (Ein voller Tag, während man Tokio besucht)

Deutlich weniger einsam, aber dennoch in dieser Liste, ist die Insel Enoshima. Sie liegt direkt vor den Toren der Megametropole Yokohama, sowie dem gesamten Großraum Tokio, und ist für die Einwohner der japanischen Hauptstadt ein beliebtes Ausflugsziel, offenbar gerade am Wochenende, als ich hier vorbeischaue. Auch ohne Schiff kommt man hier vom Festland aus über eine Brücke problemlos hin. Touristen sieht man hier nach meinem Eindruck deutlich weniger, aber trotzdem schieben sich die Menschen auf den Hauptwegen dicht an dicht..

Trotzdem hat ein Besuch dort etwas von einem Abstecher in einen Freizeitpark, so dicht drängen sich dort die Besucher auf den bergigen Wegen. Beliebtes Ziel ist der große, reich und liebevoll geschmückte Schrein Hetsumiya im Zentrum der Insel, den man sich mit der Besteigung einer steilen Treppe verdienen muss. Am westlichen und südlichen Ufer spaziere ich entlang der steilen Klippen, die die Insel säumen, um dort Krabben zu beobachten, die in den Felsspalten nach Nahrung suchen, und in der Iwaya-Höhle rot beleuchtete Drachenfiguren zu bestaunen. Der Gang durch das Felsenlabyrinth hat tatsächlich etwas von einem Besuch in Disneyland.

Wer nach einer ausgiebigen Besichtigung auch Hunger bekommt, wird in den zahllosen Restaurants und Buden problemlos fündig. Von traditionellen japanischen Gerichten, und einigen lokalen Spezialitäten, bis hin zu Softeis bleibt fast kein Wunsch unerfüllt. Wer unter freiem Himmel pausiert, kann die vielen Greifvögel beobachten, die in der windigen Luft zu stehen scheinen, um auf Beute zu lauern. Oder einfach nur den atemberaubenden Ausblick aufs Meer genießen.

Weg nach Enoshima

Weg nach Enoshima

Am Wochenende ist es gut besucht

Am Wochenende ist es gut besucht

Der Hetsumiya-Schrein

Der Hetsumiya-Schrein

Drache in der Iwaya-Höhle

Drache in der Iwaya-Höhle

Newsletter

Um immer auf dem Laufenden zu bleiben, kannst du dich gerne bei meinem wöchentlichen Newsletter registrieren. Dann bekommst du ein Update, sobald ein neuer Post online ist :)