Ankommen in Hurghada - Von der Economy zur Poolliege

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Author

Alex

Published

March 20, 2026

Modified

March 20, 2026

Kurzinfo

Im siebten Himmel

Die Blätter der stämmigen Palmen biegen sich im straffen Seewind, der vom Meer herübergetragen wird. Obwohl es noch Februar ist, fühlt er sich hier nicht unangenehm an, sondern ist eine erfrischende Brise, die die warme Wüstenluft abkühlt. Jetzt am Mittag muss man wirklich schon aufpassen, dass man nicht zu viel in der Sonne sitzt, denn die wintergebleichte deutsche Haut ist so viel UV-Licht noch nicht gewöhnt. Und so fläze ich auf meiner Liege lieber im Halbschatten und lassen meinen Blick entspannt über meine Umgebung schweifen.

In der Ferne zeigt sich ein Streifen des Roten Meeres, der, entgegen seine Namens, tiefblau die flachen weißen Gebäude des Long Beach Resorts in Hurghada einrahmt. Er liegt ruhig und flach da, gemütlich dümpeln ein paar weiße Punkte, wahrscheinlich touristische Ausflugsboote, in den Wellen vor sich hin. Weiter hinten zeichnet sich ein flacher, rotbrauner Streifen in der dunstigen Seeluft ab, der die Insel Giftun sein muss, die ein paar Kilometer vor der Küste Hurghadas liegt. Auch wenn sie zum Greifen nah aussieht, und vermutlich zahlreiche Ausflüge dorthin angeboten werden, werde ich sie während meiner Zeit hier wohl nur aus der Entfernung bewundern. Schließlich habe ich alles um mich herum, was ich brauche.

Neben mir auf dem Beistelltisch schmelzen langsam die Eiswürfel in einem Rot-gelben Fruchtcocktail, von dem ich mir einen erfrischenden Schluck genehmige, während ich mich in meiner Liege am Pool tiefer hineinfläze, da sich meine Oberschenkel bereits weich gelegen haben. Im Fünf-Minuten-Takt erkundigt sich ein freundlicher ägyptischer Kellner in perfekt sitzender Hotel-Uniform, ob wir noch einen Wunsch haben, ab und zu begrüßt uns auch ein Verkäufer mit einem gut gelaunten “How are you, my friend?”, und man versucht, uns Touren, Kosmetik und anderes anzudrehen. Aber anders, als ich es von außerhalb der Hotelanlage gewohnt bin, lassen sie einen schnell wieder in Ruhe, sobald man sein Desinteresse mit einem freundlichen, aber verbindlichen Lächeln bekundet.

So muss Urlaub sein…

So muss Urlaub sein…

Ankunft in Hurghada

Der Weg hier her war, für Pauschalurlaubsverhältnisse, etwas weniger entspannt. Um ein Uhr morgens landeten wir auf dem lokalen Flughafen Hurghada nach vier eingepferchten Stunden in einer Touristenkonserve. Die Crew meinte es sehr gut mit der Heizung, schließlich kamen wir aus dem winterlichen München, in dem schon seit Tagen mal wieder fast durchgehend Temperaturen unter dem Gefrierpunkt herrschten. Die gar nicht mal so günstigen Mikrowellen-Paninis aus dem Terminal des Flughafens rumorten in unseren Mägen, und viel Schlaf oder Platz gab es im voll besetzten Urlaubsflieger der AirCairo auch nicht unbedingt. Aber das war soweit zu erwarten gewesen, und so eine lange Zeit waren wir ja dann auch nicht unterwegs.

Trotzdem waren viele wohl genauso erleichtert über unsere Ankunft wie wir. Zuerst vereinzelt und zögerlich, setzte bald ein doch etwas müdes Konzert aus Klatschern ein, als wir auf der Landebahn aufsetzten. Ob das an einem der vielen Pauschaltouristen-Klischees liegt, sei mal dahingestellt. Schnell drängten sich die Passagiere in Richtung Ausgang, auch wir, als wir an der Reihe waren, uns aus unseren Economy-Sitzen zu schälen. Kurz die nächtliche, im Gegensatz zu Daheim deutlich lauere ägyptische Februarluft in sich aufgesogen, und weiter ging es in einen wartenden Flughafen-Shuttlebus. Der wurde noch bis zum letzten Passagier gefüllt, bevor wir langsam los über das Rollfeld eierten.

Nach einer nicht enden wollenden Rundfahrt um gefühlt den ganzen Flughafen hielten wir vor dem internationalen Ankunftsterminal, wo wir ausgespuckt und in eine hell beleuchtete Halle gescheucht wurden. Dort warteten schon, hinter kleinen Holzständen, laut rufende Männer mit den Schildern verschiedener Reiseveranstalter auf uns, und wir mussten uns entsprechend beim Stand von MTS einreihen. Die Visumsgebühr war fällig. Zwar geben Onlinequellen diese mit fünfundzwanzig US-Dollar pro Person an, hier wurden jedoch dreißig Euro fällig, wohl ein üblicher Serviceaufschlag für den Aufkleber, den wir in unseren Reisepass bekamen. Na ja, sei’s drum.

Nach weiterem Anstehen, um auch den Einreisestempel zu bekommen, holten wir unser Gepäck, das erstaunlich schnell ausgeladen und durch den halben Flughafen transportiert worden sein musste. Draußen am Parkplatz warteten die nächsten MTS-Mitarbeiter, die uns auf Kleinbusse verteilten, die uns zu unseren Hotels bringen sollten. Der Parkplatz war abgesehen von den Passagieren unseres Fluges fast menschenleer. Schnell waren wir im richtigen Bus, und sobald uns ein halbes Dutzend anderer Gäste Gesellschaft leisteten, ging es los. Wir fuhren durch das nachtschlafende Hurghada, das, zumindest auf unserer Strecke, vor allem aus beleuchteten Hotelkomplexen bestand. Es mag an der Uhrzeit gelegen haben, aber viel lokales Leben, oder auch nur den Anschein davon, wie Restaurants, Läden oder auch nur Wohnhäuser, die so anmuteten, als würden dort Einheimische leben, gab es hier nicht. Es hatte eher den Anschein eines geschlossenen Freizeitparkes oder so, eindeutig für einen großen Personenansturm konzipiert, aber jetzt tot daliegen.

Unterwegs schlaute uns unser begleitender Guide Mahmoud zu einigen organisatorischen Dingen auf: Direkt am nächsten Tag würden wir uns mit einem seiner MTS-Kollegen treffen, der uns ein paar nützliche Informationen zu unserem Rückflug geben, und nebenbei auf ein paar Ausflugsangebote aufmerksam machen würde. Viel zugehört hat ihm aber keiner mehr, denke ich. Inzwischen war es gut drei Uhr morgens, und viele von uns hatten wohl weniger Lust, am nächsten Tag, dem ersten unseres Urlaubes, um zehn wieder auf der Matte zu stehen. Als sich der Bus auf dem Weg zu ein paar anderen Hotels dann auch noch ein paar Mal verfuhr und wir erst gegen halb vier am Long Beach Resort eintrafen, war die Motivation auf ein Verkaufsgespräch am nächsten Morgen dann wohl erst recht im Keller. Zumindest klappte der Checkin einigermaßen problemlos, wir bekamen sogar ein Upgrade in eine bessere Zimmerkategorie. Und so stellten wir nach finaler Ankunft in unserem Zimmer gegen vier Uhr morgens auch keinen Wecker mehr.

Boarding in die Sonne

Boarding in die Sonne

Letzte Etappe

Letzte Etappe

Endlich am Ziel

So liege ich am nächsten Tag in aller Ruhe am Pool und bin so langsam auch mental angekommen. Die Strapazen der Anreise sind vergessen und wir haben gemütlich ausgeschlafen. Im Becher neben mir ist nur nur eine Pfütze Schmelzwasser übrig, und schon eilt der eifrige Kellner herbei, um für Nachschub zu sorgen. Der freundliche Guide von MTS hat heute vergeblich auf uns in der Lobby gewartet. Wir haben uns währenddessen am Frühstücksbuffet gütlich getan.


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